Alterwerden neu denken: Interdisziplinare Perspektiven auf by Sylvia Buchen, Maja S. Maier

By Sylvia Buchen, Maja S. Maier

Sinkende Geburtenraten und eine steigende Lebenserwartung sind in hochentwickelten Industriegesellschaften weltweit feststellbare Phänomene, die in Politik, Medien und Wissenschaften widersprüchlich diskutiert werden: Zum einen wird mit einer Krisenrhetorik vor einer ‚schrumpfenden’, ‚vergreisten’ Gesellschaft bzw. einer ‚Rentnerdemokratie’ gewarnt und damit der Generationenkonflikt ins Zentrum gerückt. Zum anderen wird ein excellent des Alters propagiert, das Aktivität, Selbstverantwortung und die Bereitschaft zu ‚lebenslangem Lernen’ für erstrebenswert erklärt und damit direkt an den Diskurs der New economic climate anschließt. Dieser Band beansprucht der ideologischen ‚Demografisierung’ sozialer Probleme entgegenzuwirken und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Älterwerden nicht nur neu zu denken ist, sondern auch, wie ein selbstbestimmtes und würdiges Leben (bis zum Tod) gestaltet werden kann. Dazu werden aktuelle (und historische) Diskurse zum demografischen Wandel und zur Kultur des Alter(n)s aus interdisziplinären Perspektiven kritisch beleuchtet.

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Die Frage ist, ob diese Rechnung aufgeht, oder ob der Zwang zur Erhöhung der Produktivität sowie die Flexibilisierung der Arbeitswelt und der Biografien die Möglichkeiten der biografischen Absicherung, die für eine Familiengründung für erforderlich gehalten wird, insbesondere bei Männern untergraben werden. Die Familienbiografien werden sich kaum ändern und weiterhin von einem Aufschub der ersten Geburt und Kinderlosigkeit gekennzeichnet sein. Mit diesen Mustern reagieren Frauen und Männer heute auf die widersprüchlichen Anforderungen von optimaler, verantworteter Elternschaft einerseits und von der Notwendigkeit, erwerbstätig zu sein, andererseits – und dieser Widerspruch wird nicht aufgehoben.

Damit ist die „Gestaltung des Älterwerdens“ nicht allein eine individuelle Aufgabe der Älteren, die „ihr“ Alter gestalten, auch nicht allein eine Aufgabe der jeweilig zeitgenössischen Renten- und Altenpolitik, sondern die Gestaltung des Alters übermorgen beginnt viel früher, mit der Gestaltung der Lebensläufe von morgen – und dafür tragen wir heute die Verantwortung. Nach einer Vorbemerkung, die zeigt, dass jede historische Generation ein anderes Alter hat, weil sie unter anderen Bedingungen gelebt hat (1) und einem kurzen Blick auf den demografischen Wandel (2) werden die politischen Strategien, mit denen den sozialen Folgen des demografischen Wandels entgegengewirkt werden soll, in ihren Auswirkungen auf die Lebensbedingungen und Lebensläufe der Frauen und Männer der Generation analysiert, die 2060 in Rente geht (3).

Demografischer Wandel. Die Stadt, die Frauen und die Zukunft. Düsseldorf: MGFFI, 19-26 Ulrich, Ralf E. (2005): Demografische Alterung Deutschlands im internationalen Vergleich. Vortrag auf der Tagung „Demografische Alterung und Gesundheit“. 12. -8. April 2005. pdf Gabriele Winker Neoliberale Regulierung von Care Work und deren demografische Mystifikationen Inzwischen ist es zu einer Selbstverständlichkeit geworden, beim Thema des demografischen Wandels von einer ‚alternden‘ oder ‚schrumpfenden‘ Gesellschaft zu sprechen.

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